Experimental Cooking

Was passiert, wenn ein vier oder fünf Personen unabhängig von einander Zutaten zum Kochen einkaufen und dann ein Abendessen für ihre Freunde kochen: Richtig, Experimental Cooking – ein Bobo-Event.

Eigentlich kennen es gar nicht so viele Bobos, weil wir’s ja grade erst erfunden haben (Anm.: Oktober 2007). Deshalb zuerst einmal die sehr einfachen Regeln:

  1. Es treffen sich mehrere Freunde (idealerweise 4-5) in einer Wohnung mit einigermaßen gut ausgerüsteter Küche.
  2. Jeder bringt 3 Zutaten mit – in ausreichender Menge für die anwesenden Freunde und ohne sich vorher abzusprechen oder etwas zu verraten.
  3. Gemeinsam muss man unter Verwendung aller vorhandenen Zutaten ein mindestens 3-gängiges Menü zaubern – und gemeinsam essen.
  4. Beim Kochen sind allgemein oder zufällig vorhandeneweitere Zutaten, die z.B. Salz, Gewürze, Mehl, Ei und ähnliches erlaubt (je nachdem wie streng man sein will).
  5. Eine Vereinfachung: Der Gastgeber bringt (abgesprochenerweise) eine „Hauptzutat“ für die Hauptspeise (wie z.B. Fleisch oder Fisch) mit.
Zutaten

Die Zutaten

Das waren schon die gesamten Regeln – aber kann das funktionieren?

Ja, wir haben es bereits mehrmals versucht und hatten immer tolle Erfolge. Zu Beginn herrscht meist etwas Ratlosigkeit, wie die (oft ausgefallenen) Zutaten zusammenpassen können. Dann wird viel diskutiert – oft eine Stunde – bis man sich auf eine grobe Zusammenstellung der Zutaten und deren Zuordnung zu Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise geeinigt hat. Dann teilt man sich noch die Aufgaben auf und es geht los.

Verwendung der Zutaten

Diskussion über die Verwendung der Zutaten

Einige Tipps, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen! Beim Treffen wir oft zu Beginn viel diskutiert und dann benötigt man in einer fremden Küche auch etwas mehr Zeit zum Kochen. Man sollte als gut 2 bis 2,5 Stunden rechnen, bis das Essen fertig auf dem Tisch steht.
  • Freunde einladen, damit alles weg kommt. Üblicherweise unterschätzt jeder Teilnehmer die Menge der mitgebrachten Zutaten, da niemand zu wenig bringen will. D.h. man hat am Ende eine Menge an gutem Essen, aber nicht genügend Personen um alles auf zu Essen – da helfen Freunde gerne aus.
    Wir haben bei 5 Köchen meist 8 Personen gut verköstigen können.
  • Eine abgesprochene Hauptzutat. Wie schon in den Regeln enthalten, ist es sinnvoll, wenn der Gastgeber eine Hauptzutat, wie Fisch oder Fleisch mitbringt. Sonst hat man im schlimmsten Fall fünf Truthähne zu verkochen!
  • Seid kreativ und experimentier-freudig! Wie der Name „Experimental Cooking“ schon vermuten lässt, sollte man das Ganze mit einer gehörigen Portion an Kreativität angehen. Natürlich lässt sicht manchmal mit den mitgebrachten Zutaten auch ein 100 Mal erprobtes Standardgericht kochen, aber je mehr Risiko man eingeht, desto größer ist am Ende die Freude über das Ergebnis.
    Und besonders lustig kann auch die Namensvergabe für die neuen Kreationen sein ;-)

Und was kommt dabei raus?

Hier sind zwei reale Beispiele, die wir selbst gekocht haben.

Schoko-Birnen-Knödel mit Schoko-Mascarpone-Sauce

Ein Ergebnis: Schoko-Birnen-Knödel mit Schoko-Mascarpone-Sauce

Beispiel 1 – die Zutaten:

  • Person 1: Birnen, Salat (Ruccola, China-Kohl und Grünen Salat), Koch-Schokolade
  • Person 2: Frische Ananas, Ruccola, Walnüsse
  • Person 3: Baby-Grieß, Dosenfrüchte (Mango, Ananas, Pfirsich), Tortilla Wraps
  • Person 4: Person Mangos in der Dose, Jungzwiebel, Bananen
  • Person 5: Mascarpone, Ananas, Kartoffel-Teig (Fertig-Teig-Mischung)
  • Person 6: Banada (Bananenpaste/-mark), Kürbiskern-Pesto, Kokos-Milch

Daraus ist folgendes Gourmet-Abendessen entstanden:

  • Süß-scharfe Kürbiskern-Kokos-Suppe mit einem Hauch von Ananas
  • Würzige Salat-Hühner-Wraps mit blanchiertem Salat und Birnen-Walnuss-Raki-Sauce
  • Schoko-Birnen-Knödel mit Schoko-Mascarpone-Sauce
  • Bananen-Grieß-Kuchen mit Fruchtfüllung und Baiser-Haube

Beispiel Nummer 2:

  • Person 1: Semmelwürfel, Kürbis, Hühnerfleisch
  • Person 2: Eier, Kichererbsen, Waldbeeren
  • Person 3: Vanille-Eis, Tomaten, Cous-cous
  • Person 4: Kartoffel, Kokos-Raspel, Zwiebel
  • Person 5: Feigen, Bier, Haferflocken

Als Ergebnis ist diesmal entstanden:

  • Kartoffel-Bier-Suppe mit geschmolzenen Tomaten und Basilikum-Brotwürfeln
  • Kürbis-Huhn-Kichererbsen-Curry mit Tomaten-Zwiebel-Cous-Cous
  • Feigenknödel im Haferflocken-Kokos-Mantel auf Waldbeer-Fruchtspiegel an Vanille-Eis
  • Haferflocken-Kokos-Taler

Have fun!

Person 6:

Ein Gedanke zu „Experimental Cooking

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