Privates Car Sharing

Kommt man heutzutage ohne eigenes Auto aus? Ich sage: „Ja“!

Ich habe selbst seit über einem Jahr ein privates Car Sharing und es funktioniert sehr gut. Zuerst habe ich kommerzielle Autoverleiher oder Car Sharing Anbieter ausprobiert (wie z.B. Denzel Drive, die auch mit der ÖBB kooperieren), aber es war mir einfach zu teuer und für meine Zwecke nicht geeignet. Oft war kein Auto verfügbar – oder nur aus einer teureren Kategorie – und dann kostet mich ein Samstagsausflug (von 9 bis 20 Uhr) rund EUR 85,-

Ein eigenes Auto ist natürlich nicht beste Lösung. Benötigt wirklich jeder Mensch ein eigenes Auto? Es steht die meiste Zeit umgenutzt herum – und kostet trotzdem. Deshalb habe ich über die  Möglichkeit von privatem Car Sharing (oder auch „Auto Teilen“ genannt) nachgedacht.

Dabei sind die Kosten ganz anders verteilt als bei einem kommerziellen Car Sharing Anbieter:

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Laufende Fixkosten – auch wenn man das Auto nicht verwendet (z.B. wenn man auf Urlaub ist)
  • Reparaturen und sonstige (dauernd anfallende) Kosten

Diese fixen „Dauerkosten“ sind nicht ideal, aber in meinem Fall hat die einfache Psychologie gesiegt: Will ich mir vor jedem Wochenend-Ausflug überlegen ob ich fast 100,- in die Hand nehme, um mir ein Auto auszuborgen – und dann vielleicht noch im Stress wegen der Rückgabe sein? Oder will ich mir das „Stückchen Freiheit“ doch gönnen?

Für mich ist das private Car Sharing eindeutig die bessere Lösung!

  • Die Anschaffungskosten geteilt werden.
  • Die laufenden Fixkosten werden geteilt.
  • Das Auto steht nur noch einen Bruchteil der Zeit ungenützt herum, weil immer irgendjemand es verwendet (abhängig von der Anzahl der Auto-Teiler).
  • Und bei guter Auswahl der Personen (z.B. wenn man viel gemeinsam unternimmt) ist auch das Auto bei jeder Fahrt besser ausgelastet – und transportiert nicht immer nur eine Person.

Was sollte man noch beachten? Meine persönlichen Tipps:

  1. Idealerweise findet man einen oder mehrere Partner zum Car Sharing, die entweder
    * einen genau gegensätzlichen Lebenswandel haben (z.B. jemand der ein Auto für die tägliche Fahrt zur Arbeit (Montag bis Freitag) benötigt, während man selbst öffentlich fährt und das Auto vorwiegend am Wochenende benötigt) oder
    * sehr viele gleiche Interessen oder Wege haben, sodass man z.B. unter der Woche gemeinsam in die Arbeit fährt oder am Wochenende gemeinsam zum Wandern rausfährt, gemeinsam die Kinder abholt, gemeinsam Urlaub macht, etc.
  2. Man sollte nicht zu weit voneinander entfernt wohnen, da man das Auto immer wieder gegenseitig abholen muss oder für alle gut erreichbaren zentralen Standort benötigt. In der Stadt hat sich bei mir eine gute U-Bahnverbindung bewährt, sodass ich das Auto in 15 bis 20 Minuten holen kann.
  3. Beim Leben in der Stadt (z.B. Wien) sind Parkbeschränkungen zu bedenken, wie „Park-Pickerl“. Derzeit gibt es in Wien keine Möglichkeit ein Dauer-Parkerlaubnis für zwei oder mehr Bezirke zu bekommen. Man kann nur ein Park-Pickerl für einen Bezirk beantragen – und das darf nur der Eigentümer des Autos an seinem Hauptwohnsitz.
    Wohnt also mehr als eine Auto-Teiler in Bezirken mit Park-Pickerl, dann wird es mit dem Abstellen schwierig.
  4. Man sollte schon vorab besprechen, wie man sich die Aufteilung genau vorstellt – wochentags versus Wochenende, tageweise, wochenweise, etc. Wie wird mit mehrwöchigen Urlauben umgegangen?
    Ich habe hier eine (für mich gute) Lösung gefunden – mit einem wochenweise wechselndem Vorrecht auf das Auto und Koordination über einen Google-Kalender. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
  5. Und man sollte die Lösung zur zeitlichen Teilung, sowie alle Streitfälle vorab im Vertrag klären. Was passiert, wenn einer das Auto an einen Freund verborgt und dieser einen Unfall hat?

Für den letzten Punkt gibt es im Netz einige Vertragsvorlagen, die man verwenden kann. Ich habe auf Grundlage solcher Vorlagen einen eigenen Vertrag erstellt (den ich auf Wunsch auch gerne posten kann).

Links:

Mehr Links und Tipps sind willkommen!

Und viel Spaß beim teilen…

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3 Gedanken zu „Privates Car Sharing

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